Trayvon Martin

Trayvon Martin
Trayvon Martin
Courtesy of Sybrina Fulton, with permission

Der 17-jährige Trayvon Martin wurde am 26. Februar 2012 in Sanford, Florida, von einem Mitglied der Nachbarschaftswache erschossen. Trayvon war bei seinem Vater und dessen Verlobter in deren bewachter und eingezäunter Wohnanlage zu Besuch.

Er tat, was Millionen von Menschen jeden Tag tun. Er zog sich seinen Kapuzenpullover über und ging zu einem Supermarkt, um Snacks zu kaufen. Er wählte einen Eistee und eine Packung Kaudragees.

Dieser Albtraum begann, als ein Mann Trayvon in der Nachbarschaft entdeckte. Er rief die Polizei und meldete Trayvon als verdächtige Person. Gegen die Anweisung der Polizei verfolgte der Mann Trayvon. Wenige Augenblicke nach dem Anruf erschoss er Trayvon und tötete ihn. Der Staat klagte ihn wegen Mordes mit bedingtem Vorsatz an. Er berief sich jedoch auf Notwehr und machte damit die Menschen in ganz Amerika mit dem potenziell gefährlichen "Stand-your-ground"-Gesetz in Florida bekannt.

Eine Jury sprach Trayvons Mörder frei. Sein Mörder hat Travyons Familie weiter gequält, als ob er ihr nicht schon genug Leid zugefügt hätte. Im Dezember 2019 reichte Trayvons Mörder sogar eine Klage gegen die Familie Martin ein und forderte mehr als 100 Millionen Dollar.

Trayvons Ermordung löste eine gesellschaftliche Debatte über die Politik des 'Hoodie' aus, indem sie die Wahrnehmungen und Vorurteile im Zusammenhang mit diesem Kleidungsstück ins Rampenlicht stellte. Für Außenstehende steht dieses Kleidungsstück für ‚Gangster‘.

Die Ermordung von Travyon hat die Herzen von Menschen in allen Gesellschaftsschichten berührt. LeBron James twitterte ein Bild von sich und seinen Teamkollegen der Miami Heat, die aus Solidarität mit Trayvon Martins Familie Kapuzenpullover tragen.

Die Ermordung von Trayvon Martin löste auch politische Aktionen in seiner Umgebung aus. Trayvons Mutter, Sybrina Fulton, hat sich für ihre Kandidatur für den Sitz im Bezirk 1 des Miami-Dade Board of County Commissioners im Juni 2020 qualifiziert. Ihre Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nation mit jahrhundertelangen sozialen Ungerechtigkeiten, einschließlich systematischem Rassismus und chronischer Benachteiligung von nicht-weißer Gemeinden durch die Polizei abrechnet. Dies geschieht inmitten von Protesten in den Vereinigten Staaten nach dem Tod von George Floyd, an dessen Beerdigung Fulton teilnahm. Mit ihrer Kandidatur reiht sich Fulton in eine Gruppe Black Mütter ein, die sich nach der Ermordung ihrer Kinder um ein gewähltes Amt beworben haben und manchmal als Mütter der Bewegung bezeichnet werden.