Rekia Boyd

Rekia Boyd
Rekia Boyd
Photo by Unknown / CommonDreams.org

Rekia Boyd war am 21. März 2012 22 Jahre alt, als ein Polizeibeamter in Chicago, Illinois, der nicht im Dienst war, ihr mit einer nicht registrierten Waffe in den Hinterkopf schoss, während sie sich mit einer Gruppe von Freunden im Douglas Park aufhielt. Rekia und ihre Freunde waren alle unbewaffnet. Sie wurde geliebt und ihr Leben wurde sinnlos ausgelöscht. Dieser hinterhältige Mord löste Proteste in Chicago und in den gesamten Vereinigten Staaten aus.

Der Beamte wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen und eines Prozesses in den Innendienst versetzt. Am 14. März 2013 vereinbarte der Stadtrat mit der Familie Boyd in einem Prozess wegen widerrechtlicher Tötung einen Vergleich in Höhe von 4,5 Mio Dolla. Nach mehr als 20 Monaten wurde der Detective nicht wegen Mordes, sondern wegen fahrlässiger Tötung in einem Fall und dreimaliger fahrlässiger Entladung einer Schusswaffe angeklagt. Ein Richter sprach den Detektiv am 20. April 2015 von allen Anklagepunkten frei und beschuldigte im Wesentlichen die Staatsanwaltschaft, der Stümperei in diesem Fall.

In einem abgeleiteten Urteil entschied der Richter, dass nach dem Recht von Illinois das Abfeuern einer Schusswaffe in eine Gruppe, wie es dieser Beamte tat, eine vorsätzliche Handlung darstellt, die eine Anklage wegen Mordes ersten Grades erforderlich macht. Mit anderen Worten: Der Richter deutete nachdrücklich an, dass dieser sich nicht im Dienst befindende Polizist ursprünglich wegen Mordes ersten Grades hätte angeklagt werden müssen. Da er jedoch nicht wegen Mordes ersten Grades angeklagt wurde, wurde der Fall eingestellt. Das Gesetz des Staates Illinois zur doppelten Strafverfolgung verhinderte, dass der Beamte in Zukunft erneut angeklagt werden konnte.

Martinez Sutton, der Bruder von Rekia, hat sich als Aktivist gegen Polizeibrutalität engagiert. Er gründete Rekia's Haven und arbeitet mit anderen Organisationen und Bewegungen zusammen, um #Justice4Rekia und Black Frauen, die vergewaltigt und ermordet wurden, Gerechtigkeit zu verschaffen. Er trägt ein T-Shirt mit einem Bild seiner geliebten Rekia und den tiefsinnigen Worten: "Er hat ihr das Leben genommen, aber nicht ihre Stimme." Im Oktober 2015 berichtete er über ihren Fall bei einer wegweisenden Anhörung vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission über die übermäßige Gewaltanwendung gegen Afroamerikaner.