Die Ausstellung in Green Library

Diese Ausstellung wurde von George Floyd, Derrick Scott, Manuel Ellis, Michael Sabbie, Eric Garner und den mehr als 70 Menschen inspiriert, die Berichten zufolge in Polizeigewahrsam gestorben sind, nachdem sie diese drei herzzerreißenden Worte gesagt hatten: "Ich kann nicht atmen".

Die Opfer, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, wurden als repräsentative Beispiele für die vielfältigen Arten von schändlicher Angriffen ausgewählt, die Black Americans seit Jahrhunderten terrorisieren. In dieser Ausstellung erscheinen sowohl Opfer des verdeckten systembedingten Rassismus als auch offener White Supremacists, einschließlich Lynchmorde. Die juristische Maxime lautet zu Recht: 'Aufgeschobene Gerechtigkeit ist verweigerte Gerechtigkeit'. Diese Ausstellung dient als Hommage an diejenigen, deren Unschuld bewiesen wurde und die schließlich - oft posthum - entlastet wurden.

Die Ausstellung stellt einige bekannte Opfer vor, deren Ermordung Proteste ausgelöst hat, die manchmal zu Unruhen und sogar zu Massakern geführt haben. Sie aber auch ein Licht auf all die weniger bekannt Opfer, darunter weibliche und Transgender-Opfer, junge und alte Opfer und Opfer, die an psychischen Erkrankungen leiden. Sie rückt das Schicksal von Kindergartenkindern in den Fokus, die von Polizisten misshandelt wurden, die an Schulen angestellt sind, die oft gefährdete Kinder dem brutalen Strafsystem zuführen. Diese Namen umfassen nicht nur Opfer von Polizeibrutalität, sondern auch Opfer, die von Zivilisten oder blutrünstigen Mobs angegriffen oder getötet wurden.

Diese Ausstellung will dafür sorgen, dass wir die Namen der Frauen und Mädchen laut und deutlich nennen. Zu diesen Namen gehören Ramona Africa, Renisha McBride, Tarika Wilson und Rekia Boyd. Wenn wir ihre Namen aussprechen, müssen wir an einige grausame Details denken. Wenn wir den Namen von Korryn Gaines aussprechen, werden wir uns wahrscheinlich daran erinnern, dass sie von der Polizei erschossen wurde, während sie ihren fünfjährigen Sohn in den Armen hielt. Ihr Kind wurde ebenfalls von der Polizei angeschossen, aber nicht getötet, zumindest nicht körperlich. Oder wenn wir den Namen Atatiana Jefferson aussprechen, denken wir daran, dass sie von der Polizei erschossen wurde, während sie in ihrem eigenen Haus unschuldig mit ihrem achtjährigen Neffen Videospiele spielte.

Die Ausstellung enthält auch die Namen von Frauen und Männern, die brutale sexuelle Übergriffe überlebt haben, sei es durch einen Mob wie im Fall von Recy Taylor oder durch die Polizei wie bei Abner Louima, der mit dem N-Wort beschimpft wurde, während er in Handschellen in einer Gefängnistoilette mit einem zerbrochenen Besenstiel oder einem Ausgussreiniger vergewaltigt wurde.

Gewalt gegen Transgender-Personen wird mit einbezogen, weil ihre Geschichten zu oft von Menschen aller Hautfarben ignoriert werden. Diese Ausstellung wird ihre Namen nennen, wie am Beispiel von Nina Pops und Tony McDade.

Zu den hier genannten Opfern gehört eine weitere übersehene Bevölkerungsgruppe, nämlich die Menschen, die an einer psychischen Krankheit leiden. Unschuldige Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, werden stattdessen auf tragische Weise von der Polizei misshandelt oder getötet. Sie wurden nicht vergessen und sind in dieser Ausstellung vertreten. Genannt werden unter anderem Dominique Fells, Michelle Cusseaux und Natasha McKenna.

Es ist kaum vorstellbar, dass Menschen, die nicht nur unschuldig, sondern tatsächlich gute Samariter waren, Teil dieser Gedenkstätte sind, Menschen wie Breonna Taylor, John Crawford III, Botham Jean und der Pfarrer Clementa Pinckney, der zusammen mit acht anderen Gottesdienstbesuchern in der Mother Emanuel Church getötet wurde. Nicht zu vergessen sind auch natürlich Fred Hampton von der Partei Black Panther Party for Self Defense als auch Bettie Jones und Yvette Smith.

Leider gibt es bei dieser Ausstellung keine Altersbeschränkung, denn es sind Opfer aller Altersgruppen vertreten, von den ganz jungen bis zu den ganz alten. Stellvertretend für die verschiedenen Altersgruppen sei hier Pearlie Golden genannt, die 93 Jahre alt wurde, bis sie von einem Polizisten erschossen wurde. Sie lebte viel länger als einige unserer jüngeren Opfer. Diese Ausstellung soll die Aufmerksamkeit auf Kinder und Jugendliche lenken, die von übereifrigen Polizisten ihrer Kindheit beraubt wurden, indem sie Namen nennt, wie der der siebenjährigen Aiyana Stanley-Jones, die getötet wurde, während sie neben ihrer Großmutter schlief, den des fünfzehnjährigen Jordan Edwards und den des erst zwölfjährigen Tamir Rice, der von einem Polizisten erschossen wurde, weil er in einem Park in einem Bundesstaat mit freiem Waffenbesitz mit einer Spielzeugpistole spielte. Diese Ausstellung umfasst auch den siebzehnjährigen Laquan McDonald und seine ‘16 Schüsse und eine Vertuschung‘, die die zügellose Korruption sowohl von Polizeibeamten als auch von Politikern aufdeckte.

Diese Ausstellung enthält repräsentative Namen, die viele empörende Kategorien von Opfern veranschaulichen. Eine besonders bedauerliche Kategorie sind die Opfer, die schließlich entlastet wurden, viele von ihnen posthum, darunter ein kleines Kind, damals gerade einmal 14 Jahre alt, George Stinney Jr. George war so klein, dass er nicht richtig auf den elektrischen Stuhl passte. Er wurde 70 Jahre nach seiner Hinrichtung von allen Vorwürfen freigesprochen. Diese Gedenkausstellung zeigt Haywood Patterson, der nur einer der neun Scottsboro Boys war, die alle über 80 Jahre zu spät begnadigt wurden. Diese Ausstellung erinnert an Korey Wise, der einer der Central Park Five war, die heute als "Exonerated Five" bezeichnet werden. Das wohl bekannteste Opfer, das nach seiner Ermordung entlastet wurde, ist natürlich Emmett Till.

Diese Trauerausstellung enthält die Namen einiger bekannter Personen, die stellvertretend für die unzähligen Opfer stehen, die von Zivilisten ermordet wurden. Travyon Martin kommt einem sofort in den Sinn, ebenso wie Jordan Davis, Nia Wilson und Ahmaud Arbery.

Leider dringen die Fangarme der Strafverfolgungsbehörden auch in Räume ein, die für Kinder sicher sein sollten, wie etwa Schulen. Die Ausstellung zeigt die Opfer von Disziplinarmaßnahmen in der Schule, die dazu führten, dass sechsjährige Kinder wie Kaia Rolle und Salecia Johnson in Handschellen abgeführt und ohne Skrupel verhaftet wurden.

Die Ausstellung zeigt den systematischen Charakter des rassistischen Strafvollzugssystems auf, indem sie die Namen der Opfer nennt, von denen Kalief Browder eines der unvergesslichsten ist. Viele Menschen glauben, dass die Einstellung von mehr schwarzen Polizisten ausreichen wird, um den Rassismus, der in unserem Strafrechtssystem tief verwurzelt ist, zu beseitigen. Um diese Menschen aufzuklären, wird in dieser Ausstellung Prince Jones Jr. stellvertretend für die zahlreichen schwarzen Opfer gezeigt, die durch die Hand eines schwarzen Polizisten gelitten haben und gestorben sind. Ein Sprichwort besagt: "Als die Axt in den Wald kam, sagten die Bäume: 'Wenigstens ist der Stiel einer von uns'".

Diese Gedenkausstellung umfasst Todesfälle, die sich unter höchst verdächtigen Umständen ereigneten, wie Freddie Gray, Sandra Bland und Kendrick Johnson, dessen Tod als Unfall eingestuft wurde, nachdem seine Leiche in einer zusammengerollten Turnmatte an seiner Highschool gefunden worden war. Eine dritte Autopsie ergab ein Trauma durch stumpfe Gewalt. Unglaublicherweise ist dies nicht der einzige derart bizarre Todesfall. Ein weiterer mysteriöser Todesfall wurde von der US-Armee als Selbstmord eingestuft. Ein Autopsiebericht und Fotos zeigten, dass Private First Class (PFC) LaVena Johnson eine gebrochene Nase, ein blaues Auge, lockere Zähne, Verbrennungen von einer ätzenden Chemikalie, die auf ihre Genitalien gegossen wurde, um Vergewaltigungsbeweise zu vernichten, eine Schusswunde, die nicht mit Selbstmord vereinbar ist, sowie blutige Fußabdrücke hatte. Selbstmord? Deshalb verspüren wir den Drang zu sagen: "Black Lives Matter" und deshalb müssen wir alle ihre Namen sagen.

Diese Ausstellung weist auf den häufigen Einsatz fragwürdiger Verkehrskontrollen hin, die zu sinnlosen Morden an Schwarzen führen, wie es bei Samuel DuBose und Philando Castile der Fall war.

Die Namen der 65 Opfer sind an den Fenstern des Büros des Direktors in der Green Library zu sehen.

Diese Gedenkstätte enthält Namen von Opfern, deren qualvoller Tod zu Protesten, Unruhen oder sogar Massakern führte. Namen, die jeder aus den falschen Gründen kennt. Namen wie Alton Sterling, Amadou Diallo, Oscar Grant, Jamar Clark, Akai Gurley, Mario Woods, Sean Bell, Walter Scott, Rodney King, Antwon Rose Jr., Stephon Clark, Terence Crutcher und Michael Brown.

Diese Ausstellung wäre nicht vollständig, wenn sie nicht auch Opfer von blutrünstigen Lynchmobs wie Thomas Shipp und James Byrd Jr. miteinschließen würde.

Banner am Eingang zur großen Treppe

In dieser Ausstellung wurden bestimmte Namen sorgfältig ausgewählt, um größere Gruppen von Opfern zu repräsentieren. Bemerkenswert ist, dass ein ausgewählter Name von Opfern aus zwei sehr bekannten Opfergruppen verwendet wird. Wie groß ist der Zufall? Eugene Williams ist zufällig der Name eines der neun Scottsboro Boys, die nach ihrer Haft wegen der fälschlichen Beschuldigung der Vergewaltigung zweier weißer Frauen entlastet wurden. Unglaublicherweise ist Eugene Williams auch der Name des siebzehnjährigen Teenagers, der nach dem Schwimmen in einem "segregierten" Bereich des Lake Michigan getötet wurde. Sein Tod war der Auslöser für die Chicagoer Rassenunruhen von 1919, die Teil eines Ausbruchs von Ausschreitungen weißer Supremacists im ganzen Land wurden, auch bekannt als der Red Summer.

Es gibt so viele verschiedene Arten von Angriffen, die nur auf Black Americans zutreffen, dass wir sie niemals alle auflisten könnten. Nichtsdestotrotz haben wir der repräsentativen Auswahl von Namen, die in dieser Ausstellung aufgeführt sind, Hunderte weiterer Namen hinzugefügt, sowie Namen einiger Gruppen aus der Vergangenheit, die in letzter Zeit viel diskutiert wurden. Eine Gruppe, die während der neuen Coronavirus (COVID-19) Pandemie diskutiert wurde, waren die Opfer des Tuskegee Syphilis Experiments von 1932. Diese Gruppe wurde im Zusammenhang mit dem berechtigten Misstrauen der schwarzen Gesellschaft gegenüber staatlich verwalteten medizinischen Behandlungen diskutiert.

Banner im Ostflügel

Eine weitere Gruppe, die kürzlich im Zusammenhang mit dem Juneteenth Emancipation Gedenktag der Emanzipation diskutiert wurde, waren die Opfer des Black Wall Street Massakers von 1921 in Tulsa, Oklahoma. Dies sind nur einige Beispiele, die den Ruf nach Entschädigungen für afrikanische Nachfahren der Sklaverei (ADOS) verstärkt haben. Eine Gruppe Black Americans erhielt tatsächlich 2015 Entschädigungen von der Stadt Chicago. Sie waren die rechtlich anerkannten Opfer systematischer und barbarischer Folter durch die Polizei von Chicago, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckte.

Diese Ausstellung widmet einen eigenen Raum, um die Betrachter dazu zu ermutigen, ihre Namen zu sagen, denn die oben genannten Gruppen sind drei Beispiele für namenlose, gesichtslose schwarze Menschen, deren Lebensgeschichten im Meer der zusammengetragenen Geschehnisse und Schicksale untergehen könnten, sodass das Individuum im Kollektiv nicht mehr erkennbar ist. Wir hoffen, dass die Zuschauer sich nicht nur auf den Titel der Gruppe beziehen, wie z. B. die 'Exonerated Five', sondern stattdessen jeden der Namen sagen. Sagen Sie jeden ihrer Namen, am besten laut, damit alle Namen dieser Menschen im ganzen Universum widerhallen und die ganze Welt nicht vergisst, dass ihre schwarze Leben wichtig sind.

Banner im Westflügel

In dieser Ausstellung wurden bekanntere Namen von Opfern hervorgehoben, denn auch wenn man ihre Geschichten vielleicht schon gehört hat, soll dies eine Gedenkstätte sein, deren Raum sich der Ehrung der Erinnerungen, dem Erinnern an die Lebensgeschichten und dem Aussprechen der Namen widmet. Deshalb möchten wir Sie ausdrücklich ermutigen, all ihre Namen laut zu sagen. Nicht nur die 65 Namen, die wir hier aufgelistet haben, sondern so viele Namen, wie Sie finden können. Es gibt tausende Namen in Lynchmordmuseen und historischen Archiven, insbesondere in solchen, die sich mit Rassenunruhen befassen. Leider gibt es neben den Zehntausenden von Namen, die wir finden können, auch Zehntausende von Namen, die wir vielleicht nie erfahren werden. Bedauerlicherweise werden auch in Zukunft neue Namen zu dieser makabren Liste hinzukommen.

Diese Ausstellung dient als "Wider-das-Vergessen"-Gedenkstätte. Als Bibliothekswissenschaftler tragen wir die große Verantwortung, ‘Hüter des Lichts“ zu sein und unsere gemeinsamen Erinnerungen zu schützen. Deshalb sammeln, ordnen und dokumentieren wir die Namen und Geschichten der Opfer aus Vergangenheit und Gegenwart. Wir hoffen jedoch, dass der Tag kommen wird, an dem keine weitere solche Gedenkstätte errichtet werden muss und es keinen Namen mehr gibt, die genannt werden müssen.

Before we as a society can “Know Justice” we must interrogate injustices.

In order to ensure that Black Lives Matter, we must see the victims of white supremacy and systemic racism.

All of us must Say Their Names, all of their names, until there comes a time when there are No More Names!

In order for healing to begin, everyone must acknowledge the truth about these targeted injustices in order to “know reconciliation.” This atonement is essential before we, as a society can ever hope to truly “Know Peace.”